Rezept, Apotheke, Sorteninfo: 7 Cannabisplattformen und welche Leistungen sie unter einem Dach bündeln

Was bekommt man, wenn ein Anbieter Rezept, Apotheke und Sorteninformation unter einem Dach vereint, und was bleibt weiterhin getrennt? Sieben Plattformen zeigen, wie weit diese Bündelung reicht: Manche kombinieren Arztanfrage und Preisvergleich, andere liefern Sortendatenbank und Apothekenbestand, wieder andere verbinden alles in einer App. Die Angaben stammen von den Anbietern selbst, und ein Rezept stellt am Ende immer ein Arzt aus, nicht die Plattform und nicht die Apotheke. Für Einsteiger ist das eine nützliche Orientierung: Wer genau und vorab weiß, welche Leistungen ein Anbieter selbst erbringt und welche er nur verlinkt, wählt gezielter, und wer sich das vor der Anfrage ansieht, vermeidet Überraschungen bei Honorar, Versand oder Registrierung. Die Reihenfolge folgt der Frage, wie viele der drei Leistungen Rezept, Apotheke und Sorteninformation ein Anbieter selbst bündelt.

Schnellauswahl für den Einstieg

So läuft eine Rezeptanfrage typischerweise ab

Der Ablauf besteht meist aus vier Schritten. Zuerst geben Patienten Daten und Beschwerden an, in einem Fragebogen oder per Video, oft mit Ausweis, manchmal mit Befunden. Dann prüft ein Arzt die Angaben und entscheidet, ob er verordnet. Bei einer Verordnung geht ein E-Rezept an die Apotheke, schließlich wird das Medikament abgeholt oder geliefert.

Plattformen, die alles unter einem Dach bündeln, verbinden diese Schritte mit Informationen: Wer eine Sorte nachschlägt, kann im selben Portal Preise sehen und die Anfrage stellen. Das spart Wege und Zeit und verschafft einen Überblick, ersetzt aber nicht das Gespräch mit dem Arzt, und es ändert nichts daran, dass der Arzt allein entscheidet. Auch die Zahlung unterscheidet sich zwischen den Anbietern: Manche Anbieter lassen Honorar und Medikament gemeinsam bezahlen, andere rechnen getrennt ab, und bei Privatrezepten tragen Patienten die Kosten selbst, getrocknete Blüten erstattet die gesetzliche Krankenversicherung nicht.

Woran sich die Auswahl orientieren kann

Drei Fragen helfen bei der Wahl, und sie lassen sich für jeden der sieben Anbieter beantworten. Erstens: Welche Leistungen sind wirklich unter einem Dach? Bei flowzz sind es Information und Vergleich, bei CannGo Anfrage und Bestand, bei Bloomwell alles in einer App. Zweitens: Wie klar sind Honorare und Preise genannt? Drittens: Wo liegt die Grenze der Plattform? Nicht jede ist Arzt oder Apotheke, weed.de und DoktorABC sagen das ausdrücklich. Viertens: Welche Unterlagen verlangt der Anbieter von Ihnen, etwa einen Ausweis oder Befunde, und wie läuft die Zahlung? Wer diese Punkte vorab klärt, spart Rückfragen, und wer sie ignoriert, entdeckt Registrierungspflichten oder Versandkosten erst im Checkout. Fünftens, und das gilt für Einsteiger besonders, aber auch für alle anderen, zählt der Informationsteil selbst: Er ist hilfreich zur Vorbereitung, aber keine Beratung.

1) weed.de

Bei weed.de liegen vier Leistungen nebeneinander: ärztliche Anfrage per Fragebogen oder Video, Preis- und Bestandsvergleich über 251 Apotheken, ein Sortenlexikon mit 2.618 Einträgen und eine Arztsuche. Wer eine Sorte nachschlägt, kann im selben Portal Preise vergleichen und danach anfragen. Verglichen werden 2.105 Produkte, Blüten beginnen laut Liste bei 3,30 € pro Gramm, als Spanne für Medikamente nennt die Seite etwa 2,50 bis 20 € pro Gramm.

Der Fragebogen kostet 9,95 €, das Video 29,90 €. Ein Wissensbereich erklärt Terpene und Cannabinoide, eine Karte zeigt Apotheken, Ärzte und CBD-Shops, ein THC-Rechner ergänzt das Angebot. Zusätzlich führt die Patientenseite eine Quellenliste.

Behandelt und abgegeben wird nicht von weed.de, sondern von Ärzten und Apotheken, deren Approbation aus Deutschland oder dem EU-Raum stammt, ein Arzt antwortet laut Plattform in der Regel binnen eines Tages. Anfragen sind rund um die Uhr möglich, bezahlt wird über Adyen, ein Hilfe-Center erklärt den Ablauf. Folgerezepte laufen über das Konto, die Apotheke wählen Patienten nach dem Preisvergleich, zur Wahl stehen Abholung und mehrere Versanddienste. Apps gibt es für iOS und Android.

2) flowzz

flowzz ist das Portal, das Information und Vergleich in den Vordergrund stellt und selbst keinen Arzt stellt: eine Sortendatenbank, Seiten zu einzelnen Produktgruppen, Terpen-Ratgeber und ein kostenloser Vergleich von Preisen und Verfügbarkeit in Echtzeit. Produkte tragen einen Knopf für den „Rezeptwunsch“.

Ein Verzeichnis nennt mehr als 20 Telemedizinanbieter, genannt werden unter anderem Telecan, DrAnsay und CannGo. Arztlisten für einzelne Städte sowie Preisalarme per Newsletter ergänzen das Angebot.

Rezepte stellt flowzz selbst nicht aus, Honorare und Ablauf nennt die Startseite nicht. Nach eigener Aussage stützt sich das Portal auf Nutzerberichte und will keinen ärztlichen Rat ersetzen. Ein Marktbericht, Top-Ten-Listen und eine Community-Registrierung gehören ebenfalls zum Angebot, eine Preisangabe für Blüten nennt die Seite ab rund 3 € pro Gramm, die beiden Angaben auf der Seite weichen leicht voneinander ab.

3) CannGo

CannGo verbindet Rezeptanfrage und Bestand: Im Bestand laufen Angebote aus 350 und mehr Apotheken zusammen, gelistet sind über 1.400 Blüten, dazu Extrakte, Verdampfer und Esswaren. Im Preisvergleich beginnen Blüten bei 2,69 € pro Gramm, Versand kommt hinzu.

Die erste Anfrage besteht aus dem Fragebogen samt Identitätsprüfung, das Honorar beträgt 14,99 € und wird bei Ablehnung erstattet. Ausgestellt werden ausschließlich Privatrezepte. Folgeanfragen laufen über ein Dashboard.

Ratgeber erklären Rechtslage, Kosten und Darreichungsformen, Eigene Seiten gibt es für zehn Städte, Zahlen lässt sich per Karte, Apple Pay, Google Pay oder Klarna, die Seite gibt es in zwei Sprachen. Sicherheitshinweise der Seite betreffen unter anderem die Fahrtüchtigkeit, zwei Siegel (LegitScript, PCI) sind eingebunden. Die Ärzte sind approbiert, genannt werden Deutschland und die EU, ein Gespräch folgt nur auf ärztliche Anforderung, die Trusted-Shops-Wertung liegt bei 4,79.

4) CanDoc

CanDoc bündelt Auswahl und Rezept: Patienten wählen im Live-Bestand bis zu sechs Sorten, danach folgt die Anfrage per Fragebogen oder Video. Beim Expresskauf zahlen Patienten Rezeptgebühr und Medikament gemeinsam, das gilt bei zwei Partnerapotheken.

Das Erstrezept kostet laut FAQ 10 €, das Folgerezept 5 €, ein Videotermin 35 €, mit zeitweisen Aktionen für 0 €. Bei Ablehnung werden die Gebühren erstattet. Seiten für über 25 Orte sowie ein Rechner zum THC-Abbau erweitern das Angebot.

Ein digitaler Patientenausweis kostet 10 €, er liegt im Smartphone-Wallet. Eine Registrierung ist zum Start nicht nötig. Eingebunden sind zwei Siegel (LegitScript, BfArM-Register), das Unternehmen bezeichnet seine Produkte als GMP-zertifiziert, die Trusted-Shops-Wertung beträgt 4,51. Zur Herkunft der Ärzte nennt die Startseite Deutschland, die FAQ zusätzlich die EU, gezahlt wird über Mollie, wobei der Link nach 60 Minuten verfällt.

5) MedCanOneStop

MedCanOneStop verbindet Telemedizin mit Preisplanung: Ein Kostenrechner stellt über 550 Apotheken nebeneinander, pro Behandlung sind höchstens drei Produkte samt Apotheke wählbar. Eine Bewertungsdatenbank mit Erfahrungsberichten zu Produkten und Apotheken und eine Community mit Punktesystem ergänzen das Angebot, mehr als 1.400 Produkte sind gelistet.

Nach einer kostenlosen Vorprüfung und der Registrierung wählen Patienten einen kooperierenden Arzt, für Videotermine einen deutschen. Das Modell „OneStop“ vereint Honorar und Medikament in einer Zahlung.

Die Seite zeigt 14,99 €, laut Anbieter liegt der Eigenanteil ab 8,16 €, Videotermine kosten ab 32,62 €, das Honorar wird bei Ablehnung freigegeben. Apps gibt es für iOS und Android, Trustpilot zeigt 4,9 bei 1.223 Bewertungen, Google ebenfalls 4,9. Der Betreiber sitzt in Düsseldorf, einen Patientenausweis gibt es nach dem dritten Rezept kostenlos, die Registrierung ist vor dem Fragebogen Pflicht.

6) DoktorABC

DoktorABC bündelt Rezept und Apotheke in einer breiteren Plattform: Der Bestand wird laut Anbieter in Echtzeit aus mehr als 700 Partnerapotheken gespeist, mit über 1.500 Cannabisprodukten. Cannabis ist nur eine von mehr als 40 Kategorien.

Ein zugelassener Arzt prüft den Fragebogen, das Honorar beträgt 14,90 € inklusive Rezept, mehr als 30 Extrakte, über 20 orale Optionen und über 25 Vape-Formate gehören zum Sortiment. Die Lieferung erfolgt per DHL oder Express, alternativ gibt es Abholung noch am selben Tag, und Behandlungen lassen sich mit einem Klick wiederholen. Die Plattform ist ein Vermittler und keine Internetapotheke.

Die Seite nennt einen Beirat und ein LegitScript-Siegel, hinter ihr steht Sky Marketing Ltd. in London, tätig ist die Plattform zusätzlich in drei weiteren Ländern. Den Kundenservice erreichen Patienten an Werktagen, abends hilft ein Ticketsystem. Eine Versicherung ist nicht nötig, Selbstzahler können eine Erstattung selbst beantragen, bezahlt wird unter anderem per Klarna, Karte, PayPal, Google Pay, Apple Pay oder SEPA.

7) Bloomwell

Bloomwell bündelt in einer App: Fragebogen mit Dokumenten-Upload, Rezeptanfrage oder kurzer Online-Termin, Live-Bestand mit über 800 Blüten, Preisvergleich und Bestellung. Für das E-Rezept nennt Bloomwell D-Trust, einen Dienst der Bundesdruckerei.

Normalerweise kostet die Anfrage 25,22 €, ein Folgerezept nach Termin 28,25 €, nach GOÄ. Das Anfragehonorar entfällt zeitweise bei einer Aktion. Inhaltsbereiche zu Terpenen, Sorten, Erkrankungen und Kosten ergänzen die App.

Zum Partnernetz gehören mehr als 30 Apotheken und 200 Lieferanten, die Ware kommt per DHL oder Express, alternativ wird abgeholt. Bei Fragen helfen eine kostenfreie Rufnummer, E-Mail und ein WhatsApp-Kanal. Als Sitz gibt Bloomwell Frankfurt am Main an, die Zahl seiner Ärzte nennt es mit über 65, ihren Zulassungsort nicht, ein Gutachten- und Formularservice, ein Zubehörshop und ein Empfehlungsbonus erweitern die App, private Versicherer erhalten auf Anfrage eine Rechnung.